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«Mir tut jeder leid, der nicht mit zwanzig Anarchist war.» Georges
Clemenceau
Seit
Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in den Ländern des
Frühkapitalismus im Nordwesten Europas als Gegenbewegung der
Sozialismus. Und mit der Entwicklung der ArbeiterInnen-Bewegung begann
auch ein großer Entwicklungsprozess für eine allgemeine Emanzipation.
Rasch formten sich aus den Diskussionen und Flügelkämpfe zwei
Hauptströmungen heraus, die sich auf der radikalen Seite der Bewegung
an zwei Namen festmachen lassen: Karl Marx für die autoritäre und
Michael Bakunin für den anti-autoritäre Flügel der Arbeiterbewegung.
Der Anarchismus hat mit seiner positiven Utopie sicher den größeren
Anspruch an die moralischen und ethischen Werte der Menschen gestellt.
Seine Ansprüche an eine unteilbare Freiheit für ALLE Menschen, sowie
die kompromisslose Ablehnung jeglichen Elitedenkens, und jeder Form von
«vorübergehenden» Zugeständnissen an Machtstrukturen, haben es aber nie
erreicht, die Anarchie in einer Gesellschaft zu etablieren. Erschwerend
kam hinzu, dass bereits Mitte des 19. Jahrhunderts sich verschiedene
Anarchismen entwickelten. Somit konnte das Entstehen einer homogenen
Bewegung nicht zustande kommen. Das Buch «Anarchismus» stellt diese
verschiedenen Richtungen innerhalb der anarchistischen Bewegung vor.
sowie die Rolle von AnarchistInnen während der Revolutionen von der
Pariser Kommune von 1871 bis zur Studentenbewegung von 1968. Entgegen
dem Clemenceau-Zitat ist der Anarchismus kein alleiniges «Privileg» der
Jugend, wenngleich dies gerne suggeriert wird, sondern wie Gustav
Landauer feststellte: Anarchie ist nicht eine Sache der Forderungen,
sondern des Lebens.
200 Seiten, kartoniert, Schmetterling-Verlag 2006
Aus dem Inhalt:
- Die Theoretikerinnen des Anarchismus: Godwin / Proudhon / Stirner /
Bakunin / Kropotkin / Landauer / Tolstoi / Goldman / Rocker -
Historischer Hintergrund Anarchismus und Verhältnis zu: Staat /
Demokratie / Militär / Gesellschaft / Religion / Gewerkschaften u.a. -
Anarchismus und Praxis Pariser Kommune 1871 / Russische Revolution
1905, 1917 / Kronstadt / Machnobewegung / Mexikanische Revolution 1910
/ Zapatisten in Chiapas 1994ff / Räterepublik in Deutschland 1918 /
Spanische Revolution 1936 / Studentenrevolte 1968 - Anarchismus heute
Pressestimmen
«Ein
Buch mit gutem Preis-Leistungsverhältnis für neue Interessenten, aber
auch für Libertäre, die vielleicht mal wieder eine straff
zusammengefasste und neu formulierte Motivationsquelle benötigen.»
Rolf Raasch in «espero», Nr. 49
«Sie
liefern einen ausgewogenen Überblick. Dadurch haben sie ein für die
Laien verständliches und für KennerInnen dennoch anregendes Buch
geschrieben.»
Jens Peter Kastner in «Graswurzelrevolution», 312
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