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Claude Bitot: Was für eine andere Welt ist möglich? Zurück zum kommunistischen Projekt
166 Seiten, broschiert, Verlag ketabha 2009
Kommunismus! Eine Idee, die heute in der Gerümpelkammer der Geschichte
gelandet zu sein scheint. Der Betrug, der mit ihr getrieben worden ist, die
Verbrechen, die in ihrem Namen begangen worden sind und die grosse
Verwirrung, die daraus folgte, sind am ideologischen Vergessen nicht unschuldig.
Diese Idee hat die Wechselfälle der Geschichte tragen müssen und zahlt nun dafür
ihren Preis.
Dennoch: Angesichts einer heute gänzlich dem Kapitalismus ausgelieferten
Welt hätte diese Idee ein besseres Schicksal verdient. Der Kommunismus sollte der
Menschheit erlauben, sich unterdrückender und entfremdender gesellschaftlicher
Beziehungen zu entledigen: der Klassenunterschiede (System gesellschaftlicher
Ungleichheit); der Warenökonomie (System des Kampfes aller gegen alle), der
Lohnarbeit (System der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen), des
Geldes (Profitsystem) und des Staates (System der Beherrschung). Für uns
jedenfalls ist ‚Kommunismus’ kein Wort, das man besser nicht mehr ausspricht.
Doch wäre es illusorisch, ja, man ginge fehl damit, zu meinen, man müsse nur
die Prinzipien des Kommunismus in ihrer Gesamtheit wieder aufstellen, um auf sie
als „eine andere mögliche Welt“ deuten zu können. Wir leben nicht mehr im
Kapitalismus des 19. Jahrhunderts, ebenso wenig in demjenigen der ersten Hälfte
des 20., sondern in einem Kapitalismus, der sich beträchtlich gewandelt, um nicht
zu sagen, seine historische Grenze erreicht hat, wie das die strukturelle Dauerkrise
und die ökologische Krise, welche sein Hyper-Wachstum hervorgerufen hat,
beweisen. Das Projekt des Kommunismus ist daher gezwungen, sich mit
Problemen auseinander zu setzen, die sich anfänglich kaum stellten oder die es
glaubte, gelöst zu haben, die aber nichtsdestoweniger klare Antworten verlangen:
das Wachstum, der Industrialismus, die High-Tech, der Konsumismus, die
Umwelt-Degradierung, die Beziehung zur Natur. Diese Problemen zu ignorieren,
hiesse, sie den spezifischen heutigen Strömungen, ökologischen und andern, zu
überlassen, die nicht dem Projekt des Kommunismus verpflichtet sind, oder dieses
gar verwerfen, und somit nur zur Verbesserung des Kapitalismus beizutragen.
Diese Strömungen geben sich der Illusion hin, den Kapitalismus friedlich
dazuzubringen, sein Ziel zu verändern, was natürlich absurd ist. Betrachten wir also
etwas genauer, worin diese notwendige Rückkehr zum kommunistischen Projekt
bestehen könnte.
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